Mein Jahr 2025
- marlene9170
- 9. Jan.
- 15 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 3 Tagen
2025
Ein Jahr
Ein ereignisvolles Jahr
Ein Jahr voller Erinnerungen
Dankbarkeit
Vielen Dank 2025 für all die schönen Momente und Erlebnisse, die ich mit dir und all den Menschen, die ich liebe, verbringen durfte.
Es war das wahrscheinlichst aufregendste Jahr im meinem Leben.
Insgesamt habe ich 10 verschiedene Länder gesehen. Altbewährte aber auch brand neue. Länder, die mir die Augen geöffnet haben. Länder, die ich lieben gelernt habe. In den Ländern, in denen ich mich weiter entwickeln musste und auch durfte. Ich bin an jeder neuen Erfahrung gewachsen.

Ich habe in diesen Jahr viel gelacht, aber auch geweint. Es gab so viele positive Glücksmomente, aber der Schein trügt.
Was man online sieht, sind die vielen perfekten Momente.
Das Lachen. Das Genießen, Das Erleben.
Was man online nicht sieht, sind die vielen einsamen Momente.
Die Tränen. Das Nachdenken. Das Grübeln.
Das Reisefreudige lässt sich vielleicht auch als Flucht beschreiben. Als Flucht von Zuhause. Von meinem Leben. Raus aus meiner Komfortzone.
Weg von negativer Stimmung. Weg von meinem Alltag. Weg vom Schreibtisch.
Hin zur Sonne. Hin zum Regen. Hin zu neuen Lebensweisen. Hin zu Erinnerungen.
Fangen wir aber mal ganz von Vorne an.
Mein Jahr 2025 hat in Saalbach in Österreich gestartet. Ich habe mein Praktikum in Zell am See bis Mitte Februar absolviert. Das erste mal ein ganzes halbes Jahr oder genauer gesagt 5 Monate alleine in Saalbach.
Ein Ort, an dem ich mich vollständig fühle.
Ein Ort, an dem ich abschalten kann.
Ein Ort, der mich auf andere Gedanken bringt.
Zu der Zeit im Frühjahr 2024, in der ich mich für ein Praktikum im Rahmen meines Studiums bewerben musste, hat mich mein Zuhause aufgeregt. Ich konnte nicht mehr glücklich sein. Nicht mehr lachen. Nur noch denken. Nur noch weinen. Meine Gedanken haben sich nur um das Studium, die Verpflichtungen und die Situation zuhause gedreht. Ich wollte weg. Weg von der Situation. Ich wollte den Ort mein Zuhause nennen, der mich schon mein Leben lang geheilt hat. Der Ort, an dem ich mich sicher und geborgen fühle. Der Ort, der mich von all dem bösen auf der Welt bewahrt und mich beschützt.
Schon zu Beginn meines Praktikums im September 2024 plagte mich die Angst, dass der neue Alltag in Saalbach und Zell am See diesen Ort für mich zerstört. Die Angst, dass die Verpflichtungen meinen Rückzugsort einnehmen. Dass Saalbach einen anderen Stellenwert erhält wie sonst.
Und was soll ich sagen: Natürlich ist Saalbach anders geworden. Es wurde alltäglich. Dennoch war ich zu jederzeit dankbar, diese Möglichkeit bekommen zu haben. Meinen Traum zu leben. Ich habe Momente erlebt, die ich vorher nicht zuordnen konnte. Ich hatte meine einsamen Tage, meine Verzweifelten, aber auch meine Kreativen, Glücklichen und Fantastischen. Ich habe so viel gespürt und erlebt.
Gerade am Anfang des Praktikums ist mir die ganze Situation über den Kopf gewachsen. Im September 2024 bin ich erst jedes Wochenende nach Straubing gefahren.
Heim, in mein altes Leben.
Heim, in meinen alten Alltag.
Heim, an den Ort, wo ich aufgewachsen bin.
Ich wollte an beiden Orten teilhaben. In Straubing habe ich mich mit meinen Freundinnen verabredet. Meinen Geburtstag gefeiert. Den Geburtstag von meinem Bruder gefeiert. Das 100-jährige Jubiläum vom Schwimmverein gefeiert. Ich wollte alles unter einen Hut bekommen. Was aber nicht möglich ist. Mein Freund hat zuhause auf mich gewartet. Und ich, ich war nicht da. Ich war in Saalbach. Ich war in Straubing. Aber egal wo ich war, war ich auch nicht wirklich. Ich konnte mich nicht entscheiden, wo ich hingehöre. Egal wo ich war, wollte ich das maximale Erlebnis. Ich war zuhause in Straubing. Wollte mit meinem Freund alles erleben und Erinnerungen sammeln. Aber ich wollte auch meine Freundinnen, meine Familie, meine Hobbys nicht vernachlässigen.
Meine Realisation, dass dieser erste Monat definitiv kein Dauerzustand sein kann, begann früh.
13.09.2024: Ich habe am Freitag bis 12 Uhr gearbeitet. Am nächsten Tag hat mein Bruder Geburtstag. Ich wollte zuhause sein. Bei meiner Familie. In Straubing. Ich habe in der Nacht vom 12.09.2024 auf den 13.09.2024 wenig geschlafen. Ich bin früh aufgestanden, mein Auto gepackt, bin eine halbe Stunde in die Arbeit gefahren, habe gearbeitet bis Mittag und dann direkt von Zell am See nach Hause gefahren. Ich war müde. Ich war gestresst. Aber trotzdem habe ich den Weg auf mich genommen. Ich bin eine andere Strecke als sonst gefahren. Zusätzlich gab es eine Umleitung. Es hat geregnet. Ich war müde. Es war eine Kurve und ich war unaufmerksam. Ich weiß nicht, was es war. Vielleicht hat mein Handy aufgeleuchtet und ich habe drauf geschaut. Vielleicht war ich zu schnell in der Kurve. Vielleicht hat es aber auch einfach keinen Grund gebraucht, wieso es passiert ist. Ich bin aus der Kurve gerutscht und in das Feld neben an geraten. Es war rutschig. Ich konnte nicht bremsen. Ich habe mich gedreht. Bin geschleudert. Alles ist so schnell passiert. Ich hatte Panik. Mein Kopf war laut. Ich konnte nicht verstehen, was passiert. Wieso es passiert. Ich habe gar nicht an die Konsequenzen gedacht. Ich habe nicht überlegt, wann oder wie ich jemals stehen bleiben würde. Ich habe nur gehofft, dass ich gegen keinen Baum knallen werde. Ich konnte nicht lenken, nicht bremsen.
Ich hatte keine Kontrolle mehr... vielleicht zeigte mir dieses Erlebnis, dass ich aktuell auch die Kontrolle mein Leben verloren hatte. Ich war fremdbestimmt.
Schließlich kam ich zum Stehen. Mein Auto hing in einem kleinen Bach. In einem Graben. Das linke Hinterrad in der Luft. Ich noch im Auto. Ich konnte die Situation noch nicht zuordnen. Ich habe mein Handy genommen und bin sofort aus dem Auto. Ich war allein. Ohne Auto, ohne Familie, ohne Freunde. Mir ist nichts passiert. Ich stand im Regen da. Nur mit meinem Handy. Ohne Jacke. Ich habe nichts gespürt.

Eine Frau hat angehalten und mich gesehen. Sie hat mich beruhigt. Sie hat mir geholfen. Sie hat ein Warndreieck aufgestellt. Mit mir geredet. Sie war ortskundig und konnte mir helfen. Ein weiterer Kumpel von ihr kam vorbei und hat angehalten. Ich war ihnen so dankbar, in dieser Situation nicht alleine zu sein. In meiner Hilfslosigkeit.
Ich konnte meine Eltern anrufen. Ich habe den ADAC kontaktiert. Ich konnte meine Situation aber schlecht erklären. Ich wusste nicht, welche Informationen der ADAC Mitarbeiter braucht, um zu wissen, welche Maschine er braucht, um mir zu helfen. Ich hatte kein Internet. Mein Internet war auf reduzierter Geschwindigkeit. Ich konnte kein Foto von meinem Auto, meiner Situaltion schicken. Er musste sich auf meine Worte verlassen.
Während wir auf Hilfe gewartet haben, durfte ich in dem Auto der Fremden warten. Von Regen geschützt.
Der ADAC Mitarbeiter kam schnell. Schneller als erwartet. Ich habe Dankbarkeit gespürt. Dankbarkeit, dass ich diese Situation nicht alleine lösen muss. Dankbarkeit, dass meine Eltern direkt auf dem Weg waren, mir zu helfen. Bei mir zu sein.
Der ADAC Mitarbeiter hat leicht überfordert gewirkt. Er hat mein Auto gesehen und wusste nicht, wie er jemals den BMW wieder in sicheren Stand bringen soll. Er wusste nicht, wie er mein Auto aus dem Graben rausziehen soll. Er war alleine mit seiner Maschine. Er hat mir Sicherheit gegeben, war aber selber unsicher. Dieses Gefühl hat sich auf mich übertragen. Ich hatte ein schlechtes Gewissen.
Ein schlechtes Gewissen, dass der ADAC Mitarbeiter mein Problem lösen muss.
Ein schlechtes Gewissen, dass die fremde Frau und der fremde Mann mit mir gewartet haben.
Ein schlechtes Gewissen, dass meine Eltern auf dem Weg zu mir waren und sie sich Sorgen gemacht haben.
Ein schlechtes Gewissen, weil ich zuerst meine Eltern angerufen habe und nicht meinen Freund.
Der ADAC Mitarbeiter hat mein Auto angehängt und ihn sachte rausgezogen. Erst in seitlicher Richtung. Dann vorwärts. Er hat sich Zeit genommen. Er hat eine plötzliche Ruhe versprüht. Er hat es geschafft. Ich konnte mein Auto aus dem Feld steuern. Den Bach hinter mir lassen. Die Kontrolle zurückgewinnen.
Als der BMW bereits gerettet war, kamen meine Eltern. Waren überrascht, wie schnell das Auto gerettet wurde. Mein Papa hat sich um die letzten Angelegenheiten gekümmert mit dem ADAC. Meine Mama war bei mir. Hat mich gehalten. Die Fremden konnten die Situation verlassen und ich konnte mich fallen lassen. Ich habe mich mit meiner Mama ins Auto gesetzt. Nicht in den BMW, sondern in das Auto, mit dem sie zu mir gekommen sind. Ich konnte jetzt wieder was spüren. Ich konnte die Last in mir spüren. Ich konnte weinen. Der Schock ließ nach. Ich konnte die Verantwortung abgeben. Ich konnte mich auf meine Mama verlassen, die bei mir war. In einer schrecklichen Situation. Und auf meinen Papa, der meine Verpflichtungen abgenommen hat.
Mein Papa konnte mit dem BMW nachhause fahren und ich war bei meiner Mama Beifahrerin. Der Schock stand mir noch in den Gliedern. Ich war kaputt. Ausgelaugt. Aber jetzt war ich in Sicherheit.
Nach dieser Situaltion wusste ich, dass ich diese Ortwechsel nicht auf Dauer machen kann. Daran gehe ich kaputt. Daran geht mein Körper kaputt.
Ich musste eine Lösung finden.
Und dieses Praktikum, was holprig und mit einer Erinnerung, welche ich niemals vergessen werde, begonnen hatte, endete im Februar 2025.
Ich durfte meine Zeit in Saalbach mit ganz vielen tollen Menschen verbringen. Meist meine Lieben von zuhause. Aus Straubing. Es ist mir schwer gefallen, neue Menschen an mich heran zu lassen. Meine Arbeitskollegen aus Zell am See waren weit weg. Ich musste eine halbe Stunde fahren. Eine weitere Praktikantin war ab und zu in Saalbach Skifahren. Mit ihr konnte ich mich ab und zu treffen. Aber: Ich war nicht angewiesen, Kontakte für die Ewigkeit zu knüpfen. Mein altes Leben war immer noch präsent. Eine Freundin mit der ich damals gemeinsam in der Grundschule war, war auch in Saalbach. Freundinnen aus Straubing sind mich besuchen gekommen. Meine Eltern sind jedes Wochenende nach Saalbach gefahren. Mein Freund kam mich ab und zu besuchen. Oder ich bin nach Hause gefahren.
Noch immer habe ich mich zwischen den Welten befunden.
Nicht richtig hier und nicht richtig dort.
Nach der Zeit in Saalbach kam ich wieder nach Straubing.
Aber ich wollte in meinen Semesterferien nicht lange zuhause bleiben. Ich wusste nicht, was ich machen soll zuhause. Ich wollte nicht wieder in meinen alten Alltag rutschen.
Ich habe mit meinem Freund eine Reise gebucht. Wir sind nach Singapur geflogen.
Totkrank. Naja, nicht so ganz, aber so habe ich mich gefühlt. Ich habe mich selten so krank gefühlt. So schwach und kraftlos. Ich hatte Schmerzen. Ich konnte mich nicht bewegen. Ich hatte eine Mandelentzündung. Vor dem Flug war ich noch mit meinem Papa beim Skifahren. Schon da war ich krank. Ich habe in jeder Gondelfahrt geschlafen. Ich war nicht ich selber. Aber ich wollte nichts verpassen. Ich wollte nicht krank sein. Mein Kopf wollte stärker sein, aber mein Körper hat gesiegt.
Vor dem Langstreckenflug war ich beim Arzt. Mit Antibiotikum zugepumpt bin ich mit meinem Freund nach Singapur geflogen. Ich habe selten so viel geschlafen auf einem Flug wie an diesem Tag.
In Singapur angekommen, war unsere Unterkunft noch nicht bereit. Wir haben uns in ein Kapselhotel eingemietet. Wir hatten eine kleine Nische. Wir hatten einen kleinen Raum und haben ihn noch mit zwei weiteren Personen geteilt. Aber wir konnten noch nicht ins Bett. Wir sind Vormittags gelandet und hatten noch einen ganzen Tag zur Verfügung. Ohne Bett. Ohne Zeit zum Auskurieren. Mit Jetlag. Immernoch krank. Wir sind in einen Park gegangen. Dort habe ich erstmal auf der Parkbank geschlafen. Ich war erschöpft und konnte mich nicht bewegen. Mein Freund hat mich gehalten und war einfach da. Ich war nicht alleine. Der Tag war anstrengend, ohne dass wir viel gemacht haben.

Nachmittags konnten wir dann unser Gepäck ins Zimmer bringen. Der Fehler: Wir haben uns kurz ins Bett gelegt und wollten uns eine halbe Stunde ins Bett legen. Aufgewacht sind wir nach 3 Stunden. Der Jetlag hat uns kaputt gemacht. Nach dem Abendessen wollten wir wieder schlafen. In unserer kleinen Nische war es heiß. Wir hatten nur eine kleine Lüftung. Es war stickig und man hatte keine Möglichkeit sich abzukühlen.
Singapur ist ein Land, was mich sehr überrascht hat. Westlich geprägt und geordnet. Die grünste Stadt der Welt. Ich habe die Zeit geliebt, konnte es aber nicht richtig genießen. Ich war mit überleben beschäftigt. Ich will auf jeden Fall noch einmal diese Stadt besuchen und alles aufsaugen.
Absolute Herzensempfehlung: Garden by the bay.
Vom Menschen geschaffen. Aber besonders und einzigartig.
Weiter hatten wir unsere Reise zu diesem Zeitpunkt noch nicht geplant. Eigentlich wollten wir nach Malaysia. Erst an die östliche Seite und dann rüber in Westen. Hilfe von zuhause, hat Mama dann recherchiert, dass eine kleine indonesische Insel nur 1 Stunde Fährfahrt von der Metropole wegliegt.

Wir sind also mit der Fähre nach Bintan Island gefahren. Nach Indonesien. Es gab keine Touristen. Wir haben uns 3 Nächste in ein kleines Resort eingemietet. Wir waren die einzigen Gästen. Abseits der Unterkunft war nichts. Unser Hotel hatte ein Restaurant dabei. Und auf dem Gelände haben nur wir, die Mitarbeiter und Gärtner sich aufgehalten. Hier konnte man sich voll und ganz auskurieren. Am Pool oder am Strand.
Das Meer ließ allerdings zu wüschen übrig. Tagsüber hat man kein Wasser gesehen. Es war die stärkste Ebbe, die ich jemals gesehen habe. Zu diesem Zeitpunkt habe ich gesehen, wie krass unsere Welt funktioniert. Alles passt zusammen und stimmt. Jede Wechselwirkung ist einzigartig. Jeder der flieht, kommt irgendwann wieder zurück.
Die Mitarbeiter waren fantastische Menschen. Sie haben gesehen, dass ich krank bin und haben mir kostenlos Tee ans Zimmer gebracht. Haben mir zu den Mahlzeiten heißes Wasser mit Zitrone und Ingwer serviert. Ohne, dass ich ihn bestellt habe. Einfach weil sie aufmerksam durch die Welt gehen und ihre Umgebung aktiv wahrnehmen.
Mein Nasenspray ist leer gegangen. Ich wollte zur Apotheke. Hatte aber keine Möglichkeit selber dahin zufahren. Also haben wir mit den Hotelmitarbeitern geredet. Anfangs meinten sie, wir sollen uns einen Roller nehmen, den sie uns zur Verfügungn stellen, damit wir selber zur Apotheke fahren können. Doch dann haben sie gesagt, dass sie uns mit dem Auto fahren werden. Wir haben eine Bekannte von einem Hotelmitarbeiter mitgenommen, die besseres Englisch konnte. Dann waren wir bei einer indonesischen Arztpraxis. Ich wollte nicht untersucht werden. Ich wollte doch nur ein Nasenspray. Die indonesische Frau, die wir mitgenommen haben, hat uns dann übersetzt. Ich wurde untersucht. Die Ärztin hat in meinen Rachen geschaut. Als Taschenlampe hat sie ihr iPhone verwendet. Es war eine einfache Praxis für Einheimische. Sie war in einem einfachen Wohnhaus. Man hat sie nicht auf Google Maps gefunden und auch sonst nirgends. Es war eine klassische Arztpraxis, die für das alltägliche Leben ausgelegt ist und nicht für Touristen. Ich habe direkt vor Ort meine Medikamente erhalten. Ein Medikament gegen Schnupfen, gegen Husten, ein Antibiotikum und ein Medikament - was wir danach gegoogelt haben - was bei Pferden mit Tumor eingesetzt wird. Insgesamt mit den Arztneimitteln und der Untersuchung habe ich umgerechnet 80 Cent gezahlt. Wie sollen hier die Menschen überleben. Stundenlohn, Medikamente, Strom, etc. Es kostet alles Geld. Aber trotzdem reicht den Menschen, die Arbeiten, in diesen Ländern meist das Geld. Bei diesen unterschiedlichen Lebensweisen fällt einem erst auf, wie priviligiert wir leben. Wie gut es uns geht.
Nach Indonesien sind wir nach Malaysia gereist. Wieder über Singapur mit Fähre und Bus. Hier habe ich das erste mal eine Passkontrolle per Fähre und Landübergang gemacht. Früher war das Gang und Gäbe. Auch wenn man nach Österreich eingereist ist, musste man durch eine Passkontrolle. Das hat man jetzt aber nicht mehr. Somit war das bei der Reise für mich Primäre.
In Malysia ging es uns besser. Zwischenzeitlich war mein Freund auch angeschlagen, aber dann ging es langsam wieder bergauf.
In der Zeit in Saalbach habe ich meinen Freund selten gesehen. In Malaysia hatten wir viel Zeit zusammen, die nicht mehr durch Krankheit geprägt war. Ich habe mich wieder wie frisch verliebt gefühlt. Ich hatte wieder ein Kribbeln im Bauch. Ich wollte, dass ich dieses Gefühl nie verliere. Wir haben viele verschiedene Orte gesehen. Inseln und Großstädte. Kleine Städte und Natur. Es war alles dabei. Ein bunter Mix aus der vollen Bandbreite. Wir haben das Großstadtleben aufgesaugt. Wir war im Naturschutzgebiet. Wir haben eine Schildkröte in freier Wildbahn gesehen. Aber nicht in der Nähe des Wassers, sondern an der höchsten Stelle im Nationalpark. Über Stock und Stein. Wir haben Affen und Vögel gesehen. Eine Feuershow durfte nicht fehlen. In diesem Urlaub haben wir viele kleinere Erinnerungen gesammelt, die für immer in unserem Herzen bleiben. Wir haben viel geredet. Wir hatten viel Zweisamkeit. Niemand hat uns gestört.
Wir waren einfach zu zweit und ich habe die Zeit geliebt.

Diese Reise tat mir und meinem Herzen sehr gut.
Zum Abschluss unserer ersten Fernreise waren wir an einem Tempel und in Malaysia hat es Tradition, seine Wünsche an einen Baum zu hängen, welche in Erfüllung gehen sollen. Gemeinsam haben wir uns für den Spruch "Family To Be Safe" entschieden. Es liegt mir sehr am Herzen, dass alle meine Liebsten sicher und in Geborgenheit sind.
Familie ist ein Begriff, den jeder für sich selbst definieren kann.
Ich sehe als Familie meine ganzen Verwandenten. Meine Eltern. Mein Bruder. Meine Großeltern. Meine Tanten, Onkel, Cousins, Cousinen und alle weiteren. Natürlich ist mein Freund ein großer Teil meiner Familie. Aber es gehören auch all meine Freundinnen hinzu, bei denen ich mich anvertrauen kann. Mit denen ich Lachen kann. Die mich aufheitern. DIe alles für mich machen würden und für die ich alles auf der Welt machen würde.

Über Ostern war ich mit einer Freundin auf Mallorca. Eine Insel mit der ich bereits schon sehr viele Erinnerungen verbinde. Eine Insel, die mich als Kind schon immer begleitet hat. Für meine Freundin war es das erste Mal Spanien. Uns war klar, dass es um die Jahreszeit noch kalt werden kann. So war es auch. Die ganze Zeit gab es einen kalten Wind. Aber das hielt uns nicht auf. Wir hatten nicht viel Zeit, aber wollten alles ausnutzen. Wir haben uns einen Tag land Fahrräder ausgeliehen und sind in die Hauptstadt geradelt. Wir haben gelacht, erlebt, gequatscht und genossen. Wir haben uns treiben lassen. Haben uns an einem weiteren Tag ein Auto ausgeliehen. Das war unser treuer Aron. Wir haben die Sonnenstrahlen genossen und einfach mal gemeinsam einen Urlaub gestaltet. Wir haben uns gesehen abseits vom Alltag und abseits von anderen Menschen. Man lernt sich in einem solchen Urlaub neu kennen.
Von Mallorca bin ich mehr oder weniger direkt nach Griechenland geflogen. Ich durfte an einer Exkursion von der OtH Regensburg teilnehmen. Mein Kommiliton und ich sind nach Thessaloniki geflogen und ein Tag später mit dem Bus nach Ioannina gefahren. Die Erfahrung war einmalig. Auch wenn nicht alles rund gelaufen ist und die Organisation zu wünschen übrig ließ, kann man aus jedem Erlebnis ein Benefit herausziehen. Wir haben an einem Projekt zusammen mit Studenten aus Griechenland und Italien zusammengearbeitet. Man hat unterschiedliche Arbeitsroutinen erkannt und musste sich zurücknehmen. Es ist anders abgelaufen, wie wir das gewohnt sind. Der Arbeitstag hat um 11 Uhr begonnen und ist um 15 Uhr geendet. Dazwischen war noch Mittagessen. Es war nicht alles perfekt, aber eine Erfahrung. Das wichtigste ist, dass man dennoch positiv bleibt. Optimistisch zu bleiben wird nur erschwert, wenn die Mitmenschen negative Stimmung verbreiten. Wenn sie sich reinsteigern, diskutieren, aber auch über die Situation lachen. Trotzdem grenzt man sich selbst aus. Man verwert die Option, andere Kulturen und Menschen kennenzulernen. Man verwert die Situation, neue Denkweisen zuzulassen und bleibt im selben Schema.
Mir persönlich fällt es nur sehr schwer, meine Komfortzone zu verlassen und mich an andere Menschen wenden. Es ist einfach einfacher, sich an den Bekannten zu orientieren. Ab und zu mitreden oder auch einfach daneben zu setzen, ohne sich einzumischen. Die eigenen Gedanken für sich zu behalten. Ich hätte so viele Gedanken. So viele Ideen. Aber damit mache ich mich angreifbar. Ich mach mich verletzlich und habe die Gefahr, dass sich Menschen von mir abwenden, weil ich eine andere Meinung als sie vertrete.
Diese Gedanken haben wahrscheinlich viele Menschen, wollen es aber denoch nicht wahr haben. Die aller wenigsten vertreten die eigene Meinung nach außen. Nicht, weil sie die Welt so nehmen wie sie ist, sondern weil die Angst uns lenkt.
Nach diesem aufregenden Start in das Jahr stand nun wieder das Studium im Mittelpunkt. Der Alltag, die Verpflichtungen, das Leben. Ich war wieder in Regensburg in meiner eigenen Wohnung. Ein halbes Jahr voller Erlebnisse, voller Erinnerungen. Mein Herz war voll von Liebe mit dem ich die nächste Zeit bewältigen konnte.
Während der Prüfungsphase war ich im Stress. Ich wollte nicht mehr. Ich hatte viele Abgaben und war überfordert. Ich wollte mich wieder auf etwas freuen können. Ich wollte wieder weg. Ich wollte wieder in die Welt. Ich habe meinen Freund dazu gebracht, dass wir beide gemeinsam nach Thailand fliegen werden. Ich konnte wieder eine Vorfreude spüren.
Bevor wir die nächste Reise aber antreten, haben wir noch am Volksfest in Straubing gearbeitet. Am Parkplatz. In der Hitze. 11 Tage am Stück. Anschließend meist noch selbst aufs Fest. Schon wieder war ich im Zwiespalt. Ich war am arbeiten. Meine Freundinnen waren am Fest. Ich wollte trotzdem Teil von Großen sein. Ich wollte präsent sein. Ich bin danach fast jeden Tag noch ins Zelt gegangen. Zu meinen Freundinnen. Ich wollte aber nicht krank werden. Die letzten beiden Jahren war ich immer nach dem VoFe krank. Krank im Urlaub. Aber das hatte ich heuer schon einmal. Krank einen Langstreckenflug absolviert. Ich wollte es besser machen. Ich wollte arbeiten, feiern und gesund bleiben. Hier war er wieder. Mein Zwiespalt.
Auf Thailand habe ich mich gefreut. Die Vorfreude war riesig. Ich hatte viele Gedanken, was ich unbedingt erleben will. Ganz oben stand der Tauchschein. Ich wollte eine neue Welt kennenlernen, die ruhig ist. Eine Welt, die sich anders bewegt. Eine Welt, wo wir die Besucher sind. Eine Welt, von der wir einiges lernen können. Eine Welt, in der wir Menschen ohne Handy Zeit verbringen.
Wir haben dort viel zusammen erlebt. Mein Freund und ich konnte die Zeit wieder zusammen verbringen. Wir hatten wieder Zweisamkeit. Zeit, die uns zuhause im Alltag fehlt.

Wir waren in Bangkok auf einer Ladyboy Show. Wir waren Schnorcheln. Wir waren auf Fähren. Wir waren Tauchen. Wir waren auf der Fullmoon Party. Wir haben Sonnenuntergänge angeschaut. Wir haben die Zeit genossen. Wir haben unseren 5. Jahrestag gefeiert. Wir haben einen Kochkurs gemacht. Wir haben Elefanten gesehen. Wir waren Billiard gespielt. Und wir haben noch so viel mehr erlebt.
Zusätzlich haben wir noch Freunde von uns getroffen auf Koh Phangan. Wir haben sehr schöne Gespräche geführt. Wir haben die Zeit genossen. Wir haben uns besser kennengelernt. Auf einer anderen Ebene. Mit ihnen waren wir gemeinsam auf der Fullmoon Party. Sind mit einem Party Taxi gefahren. Laute Musik und Discolicht an. Gelacht. Wir haben Feuershows gesehen. Wir haben viele Ereignisse gefunden. Oder vielleicht haben sie ja auch uns gefunden.
Diese Reise hat mich geprägt. Die Mischung aus neuen Herausforderungen bewerkstelligen und trotzdem entspannen. Das war der Urlaub den ich gebraucht habe, den wir als Paar gebraucht haben.
Aber das war es in 2025 noch nicht. Das 6. Semester im Sommer hat uns allen an den Nerven geknappert. Ich habe mich somit entschieden mit drei weiteren Komilitonen und Komilitoninnen zusammen einen Urlaub zu machen im September. Wir sind somit nach Paris geflogen. Paris ist einer meine Lieblingsstädte. Die Atmosphäre. Das Leben. Die Häuser. Der Vibe. Alles zieht mich an. Der glitzernde Eiffelturm. Ich laufe durch die Stadt mit großen Augen und will alles sehen. Alles aufsaugen.
Aber das soll es ja noch nicht gewesen sein. Wieso will man eine Großstadt sehen, wenn man auch zwei sehen kann. Wir sind somit von Paris mit dem Eurostar Zug nach London gefahren. Eine Stadt, die bisher für mich noch unbekannt war. Und schon wieder eine Passkontrolle. Und schon wieder eine andere Variante. Nach 2 1/2 Stunden waren wir in der Metropole. Und somit mein letztes Urlaubsland in 2025.
In London haben wir das Touri Programm abgehakt. Big Ben. London Eye. Tower Bridge. Buckingham Palace.
Jeden Moment. Jedes Erlebnis. Jede Erfahrung in 2025 habe ich aufgesaugt. In mein Herzen eingesperrt. Dieses Jahr hat mich geprägt. Ich bin aus meiner Konfortzone heraus gegangen. Nicht nur einmal. Sondern mehrmals. Neue Leute kennengelernt. Mich mit vielen unterschiedlichen Personen unterhalten. Kontakte geknüpft. Verschiedene Lebensstile kennengelernt. An mir gearbeitet. An meiner Lebenseinstellung gearbeitet. Ich habe gelacht. Ich habe geweint. Und ich weiß für immer, dass all das niemals selbstverständlich sein wird!
Am Schluss nochmal zum zusammenfassen. Im Jahr 2025 durfte ich folgende Länder kennenlernen:
Österreich
Deutschland
Singapur
Indonesien
Malaysia
Spanien
Griechenland
Thailand
Frankreich
England
Ich habe noch so viel mehr erlebt als das, was ich jetzt aufgeschrieben habe. Es waren gute Tage, es waren schlechte Tage. Dieser Beitrag soll einen Einblick in meine Reisen 2025 geben. In 2026 werde ich euch noch mehr in mein Inneres teilhaben lassen. Meine Gedanken. Meine Gefühle. Meine Weiterentwicklungen. Meine Einstellung zum Leben.
Und damit: Danke 2025, dass du mir all das ermöglicht hast!
Kommentare